Tobias Lämmlein Deutscher Jugend Vizemeister im Modellsegelfliegen

Mit einem unerwarteten Erfolg kehrte die Modellflugjugend am vergangenen Wochenende von den Deutschen Meisterschaften der Modellsegelflugklasse F3J aus Kirchheim/Teck zurück. In einem spannenden Stechen der besten Sieben von 21 Jugendlichen zeigte der erst 13jährige Tobias Lämmlein aus Markdorf große Nervenstärke und belegte mit  knappem Rückstand den zweiten Rang.

Deutscher Jugendmeister wurde der vor kurzem frischgebackene Jugend-Europameister Markus Zucker aus Sinn, Hessen. Dritter wurde Eiko Hasemann aus Hamburg. Der Erfolg der Markdorfer Modellflugjugend wurde durch einen hervorragenden 13. Rang von Thomas Rupflin, der zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft an den Start ging, komplettiert. Zusammen mit den Erwachsenen wurden 121 Teilnehmer aus allen Bundesländern gezählt.

Eine intensive Vorbereitung mit  vielen Trainingsflügen in den vergangenen Wochen, der erfolgreichen Teilnahme an internationalen Wettbewerben und die gute Wettervorhersage für das vergangene Wochenende ließen eine optimistische Stimmung vor dem ersten Durchgang aufkommen. Nach vier von sechs Durchgängen der Vorrunde kam schon so etwas wie Hoffnung für die Teilnahme am entscheidenden Stechen auf. Im fünften Durchgang dann die Ernüchterung: Seilriß beim Hochstart des 3.4m großen Modells. Die Startwiederholung klappte nicht perfekt und kostete wertvolle Flugzeit, sodass der fünfte Durchgang als Streicher gewertet werden mußte (von sechs Durchgängen werden die besten fünf gewertet). Zu diesem Zeitpunkt Fünfter in der Jugend-Zwischenwertung  kam alles auf die sechste Runde an. Wenn diese erfolgreich verlaufen würde wäre Tobias im Stechen der besten Sieben.

Doch dann der Schock: Erneut Seilriß bei der enormen Beanspruchung des 1.3mm starken und 150m langen Nylonseils im Hochstart. Nach einer knappen Minute Startwiederholung mit einem neuen Seil, und jetzt klappte alles wie am Schnürchen: Sofort hatte Tobias Thermik aufgespürt und sein Modell auf etwa 400m Höhe gebracht. In der Zwischenzeit mußten jedoch seine Mitkonkurrenten wegen der bis dahin herrschenden Abwindfelder frühzeitig landen. Tobias schloß den letzten  Durchgang mit der Maximalpunktzahl von 1000 ab und kam als Jüngster ins Finale (Fly-Off).

Im Stechen wurden zwei Durchgänge mit Flugzeiten von jeweils maximal 15 Minuten und anschließender Ziellandung ausgeflogen. Nach dem ersten Durchgang  des sogenannten Fly-Offs lag Tobias zunächst an dritter Stelle. Durch einen perfekten Flug und der Bestpunktzahl im zweiten Durchgang konnte er sich schließlich auf den hervorragenden  zweiten Platz in der Schlußwertung vorkämpfen. Nur ein einziger  Meter Abstand vom Landepunkt im ersten Durchgang  fehlten zum Gesamterfolg. Zu den Gratulanten gehörte auch Johannes Graupner, dessen Unternehmen mit großer Unterstützung und Sachpreisen diese Meisterschaften förderte.

Der Wettbewerb wurde im Auftrag des Deutschen Aeroclubs DAeC durch die beiden Vereine "Fliegergruppe Wolf Hirth" und "Modellsportclub Kirchheim" auf dem Segelflugplatz Hahnweide nahe der Burg Teck ganz hervorragend organisiert. Der DAeC schickt sich im Moment an, die Weltmeisterschaft in dieser Modellflugklasse in drei Jahren nach Deutschland zu holen und auf der Hahnweide auszurichten.
 

Die Modellsegelflugklasse F3J (ferngesteuerter Thermik Dauerflug)

Geflogen wird in Gruppen zu je 6 bis zwölf Piloten. Die Aufgabe besteht darin, innerhalb eines Zeitfensters von 10 Minuten zu starten, einen möglichst langen Flug zu absolvieren und dann zielgenau auf einem Punkt zu landen. Mit dem "Start frei" für eine Gruppe läuft die zehnminütige Rahmenzeit. Die ferngesteuerten Modellsegler werden von zwei Helfern mit Handschlepp mit einem 150m langen Seil in die Höhe gezogen. Es dürfen zwei Startversuche in der laufenden Rahmenzeit durchgeführt werden. Erst mit demAusklinken des Modells aus dem Seil beginnt die Flugzeitwertung. Jede Sekunde Flugzeit ergibt einen Punkt. Zum Abschluß des Fluges, möglichst kurz vor Ende der Rahmenzeit, muß der Pilot sein Modell möglichst nah an einem ihm zuvor zugewiesenen Landepunkt landen. Jeder Meter Abstand bedeutet einen Punktabzug. Landet ein Modell nach Ablauf der Rahmenzeit, erhält der Pilot zusätzlichen Punktabzug. Im Laufe des Wettbewerbs werden die Gruppen immer wieder neu zusammengestellt, sodass kein Teilnehmer zweimal gegen dieselben Gegner antreten muß. Bei 121 Teilnehmern werden insgesamt 6 Durchgänge mit jeweils 11 Gruppen zu je 11 Teilnehmern ausgeflogen.


Bild1: Tobias Lämmlein mit seinem Wettbewerbsmodell vor der Burg Teck


Bild2: Siegerehrung: Tobias Lämmlein links, Markus Zucker rechts



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